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Unter einem Glaukom versteht man eine Augeninnendruckerhöhung, Sehnervveränderungen und einen Gesichtsfelddefekt.

augenarzt_lamcke_berlin_icon_glaukomVorsorgeuntersuchungen Grüner Star (Glaukom)

Unter einem Glaukom versteht man eine Augeninnendruckerhöhung, Sehnervveränderungen und einen Gesichtsfelddefekt. Aufgrund eines dauerhaft erhöhten Augendruckes sterben Nervenzellen des Sehnerven ab und führen zu einem irreversiblen Gesichtsfeldausfall. Ein Glaukom kann über Jahre unerkannt bleiben, da es weder mit Schmerzen noch mit Rötungen des Auges oder mit Sehstörungen einhergeht. Erst im Spätstadium bemerkt der Patient die Gesichtsfeldausfälle, die dann nicht mehr reversibel sind. Unerkannt kann das Glaukom zur Erblindung führen. Das Glaukom zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen in den westlichen Industrienationen. Bei entsprechender Vorsorge und rechtzeitigem Behandeln sind schwerwiegende Folgen vermeidbar. Ca 5 % der Bevölkerung sind am Glaukom (grüner Star) erkrankt.

Die Glaukomvorsorgeuntersuchung wird vom Berufsverband der Augenärzte ab dem 40. Lebensjahr alle 2 Jahre empfohlen.

Ablauf der Vorsorgeuntersuchung:

Wenn ein erhöhter Augeninnendruck festgestellt wird, dann wird zunächst ein Tagesdruckprofil erstellt, da der Augeninnendruck tageszeitlichen Schwankungen unterliegt. Wird die Diagnose Glaukom durch den Augenarzt gesichert, wird der Patient mit drucksenkenden Augentropfen therapiert, die er 1- 2 mal pro Tag tropfen muss.

Augeninnendruckmessung

Die Augeninnendruckmessung ist die erste und wichtigste Untersuchung, die der Augenarzt durchführt. Das Auge wird dazu mit einem Augentropfen betäubt und mittels der Applanationstonometrie nach Goldmann wird dann direkt der Augendruck gemessen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und wird von dem Patienten gar nicht bemerkt. Der normale Augeninnendruck liegt im Bereich zwischen 10 und 20 mm Hg. Da der Augendruck tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, wird bei einem Glaukomverdacht der Druck zu unterschiedlichen Tageszeiten gemessen und so ein Tagesdruckprofil erstellt.

Perimetrie (Gesichtsfeldmessung)

Mit Hilfe der Perimetrie wird festgestellt, ob bereits Gesichtsfeldausfälle bestehen. Das Gesichtsfeld zeigt die Bereiche auf, die das Auge sehen kann ohne daß es sich bewegt. Es wird also nicht nur das zentrale sondern auch das periphere Sehfeld gemessen. Mit Hilfe der Messergebnisse können Form und Lage der geschädigten Sehnervenfasern bestimmt werden.

Die Untersuchung ist schmerzfei. Der Patient sitzt vor einer Halbkugel (Perimeter) und blickt mit einem Auge zu einem zentralen Punkt. Das andere Auge wird während der Untersuchung abgedeckt. An unterschiedlichen Punkten erscheinen dann in unterschiedlicher Intensität Lichtimpulse. Sieht der Patient diese, dann drückt er einen entsprechenden Knopf. Auf diese Weise werden Gesichtsfelddefekte, bzw. Sehnervenfaserdefekte erkannt und festgestellt.

Pachymetrie (Hornhautdickenmessung)

Die Messung des Augeninnendruckes ist abhängig von der Hornhautdicke. Die Dicke der normalen Hornhaut beträgt normalerweise 550µ. Von diesem Wert geht man bei der Bestimmung des Augeninnendruckes aus. Ist die Hornhaut nun dünner oder dicker als dieser Wert, beeinflußt dies das Messergebnis. Wird beispielsweise bei einem Patient mit sehr dünner Hornhaut ein normaler Augendruckwert von 17 mm Hg gemessen, so ist diese Messung nicht richtig und man rechnet mit Hilfe einer Korrekturtabelle den Wert bezogen auf die Hornhautdicke um. Die Messung der Hornhautdicke ist entscheidend bei der Erkennung eines Glaukoms.

Ergänzende Untersuchungen sind die HRT– und die OCT Messungen.

HRT (Heidelberg Retina Tomograph)

Bei der Vermessung des Sehnerven mit dem HRT wird der Sehnerv mit einem Laser Scanner vermessen. Man erhält dadurch ein dreidimensionales Bild, das die genaue Konfiguration des Sehnervenkopfes mit der Exkavation (Aushöhlung) und die Breite der retinalen Nervenfaserschicht aufzeigt. Diese Untersuchung dient der Verlaufsbeurteilung des Sehnervenkopfes.

OCT (okuläre Cohärenztomographie)

Mit der OCT Untersuchung wird die Breite des retinalen Randsaumes dargestellt. Es ist möglich zu sehen, inwieweit das Glaukom die umliegenden Nervenfasern des Sehnerven geschädigt hat.

Therapie des Glaukoms

Das Ziel einer Therapie des Glaukoms ist die Erhaltung des Sehnerven und die Verhinderung des Fortschreitens eines Gesichtsfelddefektes. Dies geschieht in erster Linie durch die medikamentöse Augeninnendrucksenkung:

medikamentös: es gibt unterschiedliche Augentropfen, die mit verschiedenen Wirkmechanismen eine Drucksenkung bewirken. Wenn die Drucksenkung durch ein Präparat nicht ausreichend ist, gibt man Kombinationspräparate. Die systemische Therapie in Tablettenform ist meist nur in akuten Situationen mit sehr hohem Augendruck notwendig.

Laser: wenn eine konservative Therapie mit Augentropfen zur Drucksenkung nicht ausreichend ist, kann mit einem speziellen Laser eine Drucksenkung erreicht werden.

Operation: ist sowohl durch Augentropfen als auch durch Laser keine ausreichende Drucksenkung möglich, gibt es operative Möglichkeiten, um eine Drucksenkung herbeizuführen.

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